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Neuromuskuläre Ambulanz

In dieser Ambulanz betreuen wir Patienten mit Myopathien, Störungen der neuromuskulären Übertragung, und Erkrankungen der peripheren sensiblen und motorischen Nerven sowie Motoneuronerkrankungen.

Muskelerkrankungen (Myopathien)

Zu dieser Krankheitsgruppe zählen die entzündlichen Myopathien (autoimmune Myositiden) Stoffwechselmyopathien, Pro­teinaggre­gatmy­opa­thien, Muskeldystrophien und myotone Dystrophien, die durch Spe­zial­unter­suchungen differenziert werden können.

Neben der Diagnostik sämtlicher Myopathien und der Überwachung der Therapiemaßnahmen kümmern wir uns insbesondere auch um eine interdisziplinäre Betreuung der Patienten mit multisystemischen Muskel­er­kran­kungen (Myotone Dystrophien Typ 1 und Typ 2 und mitochondriale Zytopathien), um Komplikationen aufgrund der Beteiligung extramuskulärer Organe frühzeitig zu erkennen und zu behandeln und damit Komplikationen zu vermeiden.

Erkrankungen der neuromuskulären Übertragung

Hier unterscheiden wir autoimmune und (seltene) kongenitale Myasthenien, sowie das Lambert-Eaton-myasthene Syndrom. Das klinische Leitsymptom ist eine belastungsabhängige neuromuskuläre Ermüdbarkeit.

Schwerpunkte dieser Ambulanz sind neben der Regelversorgung die Entwicklung und Durchführung innovativer Therapiekonzepte bei Therapie­ver­sa­gen unter Standardtherapie, die Beratung und Betreuung bei Kin­der­wunsch und Schwangerschaft sowohl bei Myasthenia gravis als auch bei LEMS und die Betreuung von Patienten mit Thymom-assoziierter Myasthenia gravis.

Neurogene Erkrankungen

Hierzu zählen Polyneuropathien, isolierte Nervenläsionen, Nerven­wur­zel­läsionen, Schädigungen der Arm- oder Beinnervengeflechte (Ple­xus­läsionen) und Erkrankungen der Motoneurone einschliesslich der Amyotrophen Lateralsklerose. Klinische Leitsymptome sind eine progrediente Muskelschwäche und -atrophie mit oder ohne Sen­si­bi­li­täts­störun­gen entsprechend der Krankheitsentität


Wir sehen es als unsere Aufgabe an schon vor einem stationären Aufenthalt mittels differenzierter klinischer sowie gegebenenfalls neurophysiologischer und labortechnischer Zusatzdiagnostik eine differentialdiagnostische Einordnung vorzunehmen und eine, wenn möglich ursächliche, aber zumindest symptomatische Therapie einzuleiten. Wenn dies im Rahmen einer ambulanten Vorstellung nicht möglich ist, empfehlen wir eine stationäre Untersuchung und Behandlung.

Bei genetisch bedingten Erkrankungen bieten wir zusammen mit Prof. Epplen, Humangenetikk der Ruhr Universität, eine Familienuntersuchung an, informieren bezüglich der Möglichkeiten einer genetischen Testung und einer genetischen Beratung.

Darüberhinaus beraten wir in Bezug auf Rehabilitationsmaßnahmen, Möglichkeiten der Lebensgestaltung sowie versorgungsrechtliche Aspekte bei neuromuskulär bedingter Behinderung.


Eine eventuell erforderlich werdende Nerv- bzw. Muskelbiopsie wird nur unter stationären Bedingungen durchgeführt und im Muskellabor des Neuro­mus­ku­lären Zentrums (Klinikum Bergmannsheil Bochum, Leitung Prof. M. Vorgerd) befundet.

Besondere wissenschaftliche Schwerpunkte im neuromuskulären Bereich sind:

 

  1. Die Klinik, Epidemiologie und Pathogenese der myotonen Dystrophien: Arbeitsgruppe Fr. PD Dr. C. Schneider-Gold, Fr. Dr. S. Otto, Dr. Krogias, Dipl. Psych. C. Prehn in Kooperation mit PD Dr. B. Schoser, Univ. München, Fr. Dr. C. Kornblum, Univ. Bonn; Fr. Dr. M. Minnerop, Univ. Bonn und Forschungszentrum Jülich, Fr. Prof. L. Timchenko, Baylor College of Medicine, Houston, USA
  2. Therapie und Pathogenese der autoimmunen Myasthenia gravis und des Lambert-Eaton myasthenen Syndroms: Arbeitsgruppe Prof. Gold, Fr. PD Dr. Schneider-Gold, Fr. Dr. Schröder, Dr. Linker in Kooperation mit Prof. A. Marx, Universitätsklinikum Mannheim
  3. Therapie der autoimmunen Myositiden: PD Dr. C. Schneider-Gold und Arbeitsgruppe Prof. R. Gold.
  4. Therapie der autoimmunen Polyneuropathien: Dr. D. Lee, Dr. R. Linker mit anderen Mitarbeitern der Arbeitsgruppe Prof. R. Gold.