Klinik für Neurologie

RUB - Ruhr Universität Bochum

Kurzinfo

Ralf Gold, Prof. Gold

Klinikdirektor
Prof. Dr. med. Ralf Gold
Gudrunstr. 56
44791 Bochum
Email: aerztlicherdirektor@klinikum-bochum.de

Sekretariat
Gabriele Ehlert
Telefon: 0234 / 509 - 2411
Telefax: 0234 / 509 - 2414
Email: g.ehlert@klinikum-bochum.de
Die Notfallambulanz ist 24 Stunden geöffnet. In der Spezialambulanz ist eine Anmeldung erforderlich.

Anmeldung gesetzlich versicherte
Patienten (ambulant)
Telefon: 0234 / 509 - 2420

Anmeldung privat versicherte
Patienten (ambulant)
Telefon: 0234 / 509 - 2411

Stationäre Aufnahme gesetzlich
versicherte Patienten
Telefon: 0234 / 509 - 2400

Stationäre Aufnahme privat
versicherte Patienten
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Herzlich Willkommen in der Klinik für Neurologie

Die Neurologische Klinik verfügt über 3 Stationen mit insgesamt 103 Betten, davon 6 Betten auf der gemeinsam mit der Medizinischen Klinik benutzten Intensivstation und 8 Betten auf der Vinzenz-Station. Auf diesen Stationen werden Patienten mit dem gesamten Spektrum von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems behandelt.

Neues aus der Forschung :

 

Einfluss der Ernährung auf den Verlauf der Multiplen Sklerose

Wie Fettsäuren abhängig von Ihrer Kettenlänge die Entzündung über die Darmwand fördern oder hemmen können

 

Wir wissen heute, dass eine Reihe von Umweltfaktoren an der Entstehung der Multiplen Sklerose (MS) beteiligt sind, kennen aber noch nicht sämtliche Risikofaktoren. Die Rolle Ernährung zum Beispiel ist noch weitestgehend ungeklärt und kaum ein Umweltfaktor hat sich in den letzten Jahrzehnten so drastisch geändert wie unsere tägliche Ernährung. Ein integraler Bestandteil unserer sog. ‚westlichen Diät’ sind die Fettsäuren. Wir haben in unserer aktuellen Studie den Einfluss von Fettsäuren auf die Entstehung und den Verlauf von autoimmun chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose untersucht. In einer Kooperationsstudie der Neurologischen Kliniken der Ruhr-Universität Bochum (St. Josef-Hospital) mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen fanden wir jetzt heraus, dass langkettige Fettsäuren abhängig von Ihrer Länge die Entstehung und Vermehrung von entzündlichen oder entzündungshemmenden/regulatorischen Immunzellen in der Darmwand fördern. Unserer Ergebnisse veröffentlichten wir (Prof. Dr. med. Aiden Haghikia von der Neurologie der Ruhr-Universität Bochum und Prof. Dr. med. Ralf Linker von der Neurologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen) in der aktuellen Ausgabe der renommierten Zeitschrift „Immunity“.

 

Darmbakterien spielen eine erhebliche Rolle

 

Der menschliche Darm mit seiner bakteriellen Besiedlung, dem so genannten Mikrobiom, rückt immer weiter in den Fokus der medizinischen Forschung. Insbesondere auch bei neurologischen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose. Hier mehren sich die wissenschaftlichen Hinweise dafür, dass das Mikrobiom des Darms einen erheblichen Einfluss auf die Krankheitsentstehung und den weitern Verlauf nehmen könnte. Dabei unterliegt die Interaktion, die zwischen dem Inhalt des Darms und dem ortsständigen Immunsystem stattfindet, unterschiedlichen Einflussfaktoren. Kaum ein Umweltfaktor hat sich in den letzten Jahrzehnten dabei so sehr gewandelt, wie die Ernährung in den industrialisierten Nationen.

 

Kurzkettige Fettsäuren können Entzündungsreaktionen unterdrücken

 

In der aktuellen Studie konnte sowohl in der Zellkulturschale als auch im experimentellen Modell gezeigt werden, dass langkettige Fettsäuren wie die Laurinsäure die Entstehung und Vermehrung von entzündlichen Zellen in der Darmwand fördern. Im Gegensatz dazu führen kurzkettige Fettsäuren, allen voran die Propionsäure (oder deren Salz Propionat) zur Entstehung und Verbreitung von regulatorischen Zellen des Immunsystems in der Darmwand. Diese können sowohl überschießende Entzündungsreaktionen als auch autoreaktive Zellen, die körpereigenes Gewebe schädigen, unterdrücken

 

Stoffwechselprodukte der Bakterien ausschlaggebend

 

Interessanterweise konnten diese Beobachtungen im Tierexperiment nicht gemacht werden, sobald der Darm völlig keimfrei war. Dies spricht für eine direkte Beteiligung des Mikrobioms an der Entfaltung der Fettsäure-Wirkung. Weitere Untersuchungen zeigen, dass die Effekte der Fettsäuren weniger auf die einzelnen Keime des Mikrobioms zurück zu führen sind, sondern eher über Stoffwechselprodukte der Bakterien vermittelt werden.

 

Aussicht auf neue Therapien

 

Heute gehen Forscher im Hinblick auf die Multiple Sklerose und andere Autoimmunerkrankungen davon aus, dass sie auf ein Ungleichgewicht zwischen den (geschwächten) regulatorischen und den autoimmun-entzündlichen Immunmechanismen zurückzuführen sind. Die überwiegende Mehrheit zugelassener Therapien für diese Indikationen zielt auf eine Schwächung beziehungsweise Blockierung der pro-entzündlichen Komponente des Immunsystems ab. Eine Stärkung der regulatorischen Komponenten, zum Beispiel mittels Propionat als Zusatz zu den etablierten Medikamenten, könnte eine bessere Therapie bedeuten. Die gewonnenen Erkenntnisse wollen die Forscher in Bochum und Erlangen nun nutzen, um innovative diätetische add-on Therapien zu den bekannten Immuntherapeutika zu entwickeln.

 

Humane Studie mit Natrium-Propionat

 

Derzeit wird eine 'Proof-of-Concept' Studie mit dem Natrium-Propionat

(2 x 500 mg täglich) durchgeführt, die in Kürze abgeschlossen ist.

Aufgrund der bereits jetzt absehbar positiven Ergebnisse (noch nicht

veröffentlicht - voraussichtlich im Frühjahr 2016) des

Natrium-Propionats im Einsatz bei MS Patienten und gesunden Kontrollen

ist eine anschliessende Studie mit einem 'Cross-Over' Design, d.h. mit

Einsatz von Placebo und anschliessendem Wechsel auf Natrium-Propionat in

Kürze geplant. Hierzu folgt demnächst eine gesonderte

Informationsveranstaltung für interessierte Patienten (das genaue Datum wird auf der Homepage bekannt gegeben).

 

Weitere Informationen

 

Prof. Dr. med. Aiden Haghikia, Neurologische Klinik der Ruhr-Universität Bochum, St. Josef-Hospital Bochum, Gudrunstr. 56, 44791 Bochum, Tel. 0234/509-2411

aiden.haghikia@ruhr-uni-bochum.de

 

Prof. Dr. med. Ralf Linker, Neurologische Klinik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, Universitätsklinikum Erlangen, Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen, Tel. (09131) 85-32187

Ralf.Linker@uk-erlangen.de

 

 

 

Link zum Artikel:

http://www.cell.com/immunity/abstract/S1074-7613(15)00392-1

 

Und lesen Sie dazu das Editorial:

http://www.cell.com/immunity/abstract/S1074-7613(15)00399-4